Es war meine persönliche Heilreise – als solche war sie gedacht und so hat es sich auch erfüllt.
Ausgelöst von vorausgegangene Ereignisse und angetrieben von dem Bedürfnis in den Stromschnellen meines Lebensflußes „die Reißleine zu ziehen“ und nicht zu riskieren, dass das Leben vielleicht ganz plötzlich zu kurz geworden ist für „irgendwann“, habe ich aus einem spontanen Impuls heraus die Reise ins Himalaya Gebirge, nach Ladakh, in die Region Kashmir und Jammu unter Leitung von Angduc Tsering gebucht.

Über diese Reise mit Ihm hatte ich zuvor schon von einer befreundeten YogaLehrerin berichtet bekommen, die ihrerseits im vorangegangenen Jahr dieses Reiseangebot angenommen hatte. Angduc Tsering selber, hatte ich bereits bei einem MeditationsRetreat kennengelernt. Somit gab es im Vorfeld einen persönlichen Bericht von einer Vertrauensperson und eine persönliche Erfahrung mit dem Reiseleiter selber und beides hat mich sehr darin bestärkt mit diesem Impuls der Reiseabsicht auf das Dach der Welt zu gehen.

Die Reise war als Kulturreise ausgeschrieben und das auch zu Recht. Wir haben in der gesamten Reisezeit eine regelrecht üppige Kulturroute geboten bekommen. Gefühlt war es allerdings nicht nur das, was man gesehen haben sollte, wenn man das Glück hat in dieser Region zu sein. Es war viel mehr als das, dass man sich Sehenswürdigkeiten anschaut und Informationen darüber erhält. Angduc Tsering, der in Ladakh geboren ist, vermittelt nicht nur als ortskundiger InsiderReiseleiter Fakten, er vermittelt ein Gefühl – Ein Gefühl was entsteht, wenn er aus seinem unglaublichen Wissensspektrum über die einzelnen Monastrien, über den buddhistischen Glauben, die Kultur, über die Menschen, über die Region, über das Land spricht. Und das immer mit seiner eigenen Begeisterung und aus seiner Überzeugung heraus. Man kann Ladakh fühlen und für mich hat es sich sehr weit, sehr freundlich und sehr entspannt angefühlt. Selbst in den Situationen wo vermeintlich Trubel vorherrscht liegt unspektakuläre Selbstverständlichkeit darunter, wie ein Boden der wiederum Ruhe vermittelt.

Es begann schon damit, dass wir in Delhi im world buddhist center untergebracht waren, bevor wir nach Leh weitergereist sind. Hier, wie auch während der ganzen Reise, wird einem an jedem Ort freundlich familiäre Zuvorkommenheit gereicht, wie ich sie bisher noch nirgends sonst erlebt hatte. Es war für mich, wie ein feingewebter Teppich, auf den ich von Anfang bis Ende der Reise eingeladen werde Platz zu nehmen und der mich sanft für eine Weile durch das Leben trägt.
Die einzelnen Orte, die wir alle besucht haben, möchte ich hier gar nicht alle noch einmal im Einzelnen beschreiben. Das ist der Reiseausschreibung gut zu entnehmen – das Gefühl welches man an diesen Orten erlangt, lässt sich für mich kaum mit Worten beschreiben. Es ist ein bisschen unsichtbar, magisch, beinahe hat man den Eindruck, die vielen Jahre der dort praktizierten Spiritualität schimmert allgegenwärtig um einen herum, wie eine große Aura. Zusammenfassend kann ich dazu vielleicht sagen, dass sie allesamt für mich auf unterschiedlichste Weise „groß“, und beeindruckend waren, so dass sie ein Gefühl von Ehrfurcht in mir haben anklingen lassen.

Ganz sicher ist die besondere Atmosphäre während der gesamten Reise und die Einzigartigkeit der Erlebnisse auch dem Umstand zu verdanken, dass der Reiseleiter, mit den dort beheimateten Wurzeln, mit einer sehr angenehmen Selbstverständlichkeit zwischenmenschliche Kontakte angebahnt hat, an beinahe jedem Ort. Ebenso haben sich Türen geöffnet, die sicher jedem sonstigen Touristen verschlossen bleiben. Ich habe mich eingeladen gefühlt komplett in den Spirit von Ladakh eintauchen zu dürfen, gerade so wie es für mich passend ist. Für mich persönlich gab es verschiedene sehr anrührende Momente, die mich sehr demütig und dankbar haben werden lassen.

Darüber hinaus – und das war mir in meinem Falle besonders wichtig, da ich aus einem speziellen Gesundheitszustand heraus angereist bin – hat es mir sehr viel Entspannung geschenkt, dass der Reiseleiter sehr empathisch und souverän zu jeder Zeit alles im Blick hatte und fürsorglich für ein ausreichendes Maß an Sicherheit gesorgt hat. Die Reise wäre eine völlig andere geworden, wenn das nicht gegeben gewesen wäre. Auch dafür bin ich sehr sehr dankbar!

In erster Linie für mich persönlich am wertvollsten, das Gefühl, welches die Natur einem schenkt, wenn man sich selbst als kleines Körnchen Sternenstaub zwischen den Giganten dieses erhabenen Gebirges, einmal ziemlich ziemlich weit oben (und man nennt es zu Recht „das Dach der Welt“) ,ein anderes Mal entlang der Täler und in den sämtlichen vielfältigen Szenarien dazwischen, bewegt. Es hat etwas sehr archaisches und gleichzeitig etwas behütetes gehabt für mich. Das Gefühl für die eigene Größe und Verletzlichkeit kann dort eine, bis dahin noch nicht erlebte, Dimension erlangen. An solchen Orten geht Annahme und Loslassen wie von ganz alleine. Und schlußendlich reise ich als ein anderer Mensch wieder zurück, als der, der ich gekommen bin.

Diese Reise hat mich Indien und mich selbst hautnah erleben lassen,
sie hat mir (wieder) einen neuen Blick auf die Welt geschenkt,
sie hat mich noch ein ganzes Stück mehr demütig werden lassen,
sie hat mich auch gelehrt, dass es schön ist, seine eigene Angst und Trauer fürsorglich in die Arme zu schließen,
sich hat mich gelehrt, jeden Tag aufs Neue dankbar zu sein,
sie hat mich gelehrt noch noch freundlicher zu sein,
sie hat mir die Frage geschenkt: Über welches (Luxus-)Problem will ich mich Zuhause eigentlich aufregen?
Sie hat mich ein Stück „nach Hause gebracht“ und davon provitiere ich bis heute!
Ich bin sehr dankbar für diese WERTVOLLE Erfahrung!

– Marion Diehl – Heilpraktikerin für Psychotherapie – Naturtherapeutin – Kempen
Ein Rückblick im April 2018